Geschichte Ostgrönlands

Erste Besiedlung

Die Besiedelung der Ostküste Grönlands begann wahrscheinlich circa 2000 v. Chr. durch die Vorfahren der heutigen Ostgrönländer. Bis zum Eintreffen der Europäer haben sie in ihrer traditionellen Lebensweise von den natürlichen Ressourcen des Landes und Meeres gelebt. Der Eisstrom verhinderte jahrhundertelang, dass sich Europäer für diesen Küstenstrich Grönlands interessierten.

Erst 1884/85 gelang es dem Dänen Gustav Holm gemeinsam mit einem westgrönländischen Expeditionsteam bis in die Gegend von Tasiilaq vorzudringen. Der Erfolg dieser Expedition beruhte auf den von Holm eingesetzten Booten: traditionellen, grönländischen, von Frauen geruderten Booten, „umiak“ genannt. Nach diesen Booten wurde auch seine Expedition benannt, „Frauenboot-“ oder „Umiak-Expedition“.

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Überreste des U.S.-amerikanischen Militätstützpunktes Blue East 2 im Íkáteq-Fjord

Ostgrönland als Flugstützpunkt der US-Airforce

Während des Zweiten Weltkrieges baute die US-amerikanische Armee eine Kette von Flugstützpunkten über ganz Grönland auf. Zur Zeit des Kalten Krieges wurden Frühwarnstützpunkte eingerichtet. Nach Ende des Kalten Krieges wurden sie weitgehend demontiert, und die Landebahn auf Kulusuk wurde für die zivile Luftfahrt freigegeben; sie ist heute der Flughafen der Ostküste.

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Kulusuk Airport und der Helikopterlandeplatz in Tasiilaq

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Tasiilaq liegt am Kong Oscar Fjord, umgeben von Bergen, Seen und Tälern.

Tasiilaq, das wirtschaftliche Zentrum Ostgrönlands

Das wirtschaftliche Zentrum Ostgrönlands ist die mittlerweile über 2000 Einwohner zählende Stadt Tasiilaq, eine moderne, pulsierende Kleinstadt, wo sich Hundeschlitten und Autos die Strassen teilen. Es gibt diverse Geschäfte, Schulen und Berufsschulen, ein Krankenhaus und einen Kindergarten sowie eine Post. Grönland gibt eigene Briefmarken aus, die in Sammlerkreisen hoch geschätzt sind und die für ganz Grönland in der Philatelie in Tasiilaq gedruckt werden. Außerdem hat der Ort ein sehenswertes Museum mit einer reichen Sammlung an Alltagsgegenständen aus vergangenen Tagen und natürlich einen Hafen. Tasiilaq ist der ursprüngliche ostgrönländische Name und bedeutet „dort, wo das Wasser still ist“. Nach der Kolonialisierung wurde der Ort umbenannt in westgrönländisch Ammassalik, was den Ort (westgrönländisch „lik“) an dem die Ammassetten (Polarlodde, einem in großen Schwärmen hier vorkommenden Fisch) sind, bezeichnet. Heute wird die Stadt wieder Tasiilaq genannt; in den meisten Atlanten findet man aber immer noch den Namen Ammassalik. Der Distrikt heißt auch weiter offfiziell Ammassalik.

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Tasiilaq bei Nacht

Tasiilaq liegt am Kong Oscar Fjord, umgeben von Bergen, Seen und Tälern

Das Leben in den Dörfern ausserhalb Tasiilaqs entlang der Ostküste ist noch sehr viel traditioneller und sehr viel herausfordernder als in der Stadt. Wie überall auf der Welt ziehen einige Dorfbewohner, vor allem junge Menschen, in die Stadt - wegen des höheren Lebensstandards und um Arbeit zu finden. Dennoch sind die Dörfer (Isortoq, Kulusuk, Kuummiut, Sermiligaaq und Tiniteqilaaq) mit ihren insgesamt rund 2.000 Einwohnern ein wichtiger Bestandteil Ostgrönlands. Ein Besuch lohnt sich: hier finden Reisende noch das ursprünglichere Ostgrönland, und es wird einem bewusst, mit wie wenig die Menschen hier auskommen.

Bitte beachten Sie, dass alle archäologischen Artefakte in Grönland unter Denkmalschutz stehen und in keiner Weise beschädigt werden dürfen. Bei Funden benachrichtigen Sie bitte das Museum!

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Jedes Dorf hat seinen eigenen Charakter

Auf Grund der Besiedlung eines Dorfes durch einen Clan wurde jedes Dorf durch ebendiesen und die natürliche Umgebung des Siedlungsplatzes stark geprägt. Noch heute spürt man, wenn man nach Sermiligaaq kommt, das zum offenen Meer hin gelegen ist, die besonders fröhliche Offenheit und Herzlichkeit seiner Bewohner. Die Vegetation um Sermiligaaq ist üppiger und bunter wegen des warmen, feuchten Seewinds und somit milderen Klimas. Isortoq hingegen ist direkt am Inlandeis gelegen und somit Durchmarschgebiet des Eisbären. In diesem Dorf leben die tapfersten Eisbärjäger. Die Natur ist sehr karg und fast rein felsig. Isortoq muss härteste Piteraq-Stürme durchstehen, die ungebremst vom Inlandeis auf das kleine Dorf auftreffen.

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Robert Peroni

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